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Hirninfarkt
Diagnose des Hirninfarkts

Für die Diagnose eines Hirninfarkts müssen zum einen die Symptome der Betroffenen untersucht werden. Bereits vor dem Hirninfarkt können Anzeichen wie unter anderem heftige Kopfschmerzen, Ausfall der Sehfähigkeit, einseitige Lähmungen auf einen Hirninfarkt hinweisen. Diese Symptome werden transitorische ischämische Attacken genannt und können plötzlich auftreten, verschwinden aber zunächst auch wieder.

Bei der Diagnose eines Hirninfarkts ist die Bestimmung der Ursache wichtig, um über eine angemessene Therapie entscheiden zu können. Dabei können Darstellungen des Computertomografen oder Magnetresonanztomografen Klarheit schaffen. Eine Punktion des Rückenmarkes und die Liquorentnahme kann Details über die Ursache des Hirninfarkts sichtbar machen.

Den Hirninfarkt erkennen

Besteht der akute Verdacht, dass der Patient einen Hirninfarkt erlitten hat, sollte er direkt vom Neurologen z. B. auf einer sog. Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) untersucht werden. Der Neurologe kann auffällige Symptome richtig einordnen und ggf. den Schlaganfall-Verdacht bestätigen. Dabei kann auch die Frage nach bereits in der Vergangenheit aufgetretenen Frühwarnsymptomen eine Rolle spielen: Manche Schlaganfall-Patienten erleben vor dem eigentlichen neurologischen Vorfall sog. transitorische ischämische Attacken (TIA). Hierbei handelt es sich um Unterformen des ischämischen Hirninfarkts, die nur wenige Minuten anhalten und danach wieder vollständig verschwinden. Treten diese einzelnen Attacken wiederholt auf, kann das Gehirn langfristig Schaden nehmen. Darüber hinaus können aber auch z. B. starke Kopfschmerzen, eine Beeinträchtigung der Sehkraft, der Funktionsausfall einer Körperhälfte sowie ein schiefer bzw. hängender Mundwinkel Indikatoren dafür sein, dass der Patient einen Hirninfarkt erlitten hat.

Zwischen ischämischem und hämorrhagischem Hirninfarkt unterscheiden

Für die Erstversorgung des Patienten ist entscheidend festzustellen, ob er einen ischämischen oder einen hämorrhagischen Hirninfarkt erlitten hat. Sollte Letzteres der Fall sein, ist die Lyse (s. Therapie) als Behandlungsoption von vornherein ausgeschlossen. Zur Abklärung, welche Form des Hirninfarkts vorliegt, werden insbesondere bildgebende Verfahren herangezogen. Hierzu zählen etwa die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Allerdings muss der Arzt berücksichtigen, dass die mit diesen Methoden erstellten Bilder im Falle des ischämischen Schlaganfalls in den ersten Stunden auch unauffällig sein können. Besteht von vornherein der Verdacht, dass dem Hirninfarkt eine subarachnoidale Blutung zugrunde liegt, kann die sog. Lumbalpunktion als Diagnoseverfahren in Erwägung gezogen werden. Bei dieser Untersuchungsmethode wird der Rückenmarkskanal des Patienten durch zwei Lendenwirbel hindurch punktiert, um Nervenwasser (Liquor) entnehmen zu können. Lassen sich in diesem Blutbestandteile finden, spricht dies dafür, dass der Schlaganfall durch eine Blutung verursacht wurde.

Ein Zweitereignis verhindern

Nach dem akuten neurologischen Vorfall werden in den folgenden Wochen u. a. Langzeitblutdruckmessungen, Ultraschalluntersuchungen sowie die Erstellung eines Langzeit-EKGs durchgeführt. Mit diesen Methoden sollen die genaueren Entstehungsbedingungen des Hirninfarkts abgeklärt werden, um einem Zweitereignis möglichst vorbeugen zu können.

18. November 2014
Direkt nach einem Schlaganfall dringen bestimmte weiße Blutkörperchen - die sogenannten Neutrophilen Granulozyten - ins Nervengewebe ein, wobei sie offenbar auch für die Entstehung der typischen Schlaganfall-Symptome wie Sprachstörungen oder Lähmungen verantwortlich sind.
  
17. November 2014
Forscher des Universitätsklinikums Essen, des Leibniz-Instituts für Neubiologie in Magdeburg (LIN) sowie des Universitätsklinikums in Magdeburg haben in einer gemeinsamen Forschungsarbeit eine mögliche neue Methode zur Behandlung von Schlaganfallsymptomen nachgewiesen.
  
06. November 2014
Dreimal täglich 30 Sekunden den Puls fühlen: Diese Empfehlung gibt der Erlanger Schlaganfall-Spezialist Dr. Bernd Kallmünzer seinen Patienten mit auf den Weg.
  
23. Oktober 2014
Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen: Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt.
  
17. Oktober 2014
In Deutschland erleiden jedes Jahr 260.000 Menschen einen Schlaganfall. Dieser ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Bei einem Schlaganfall gilt: Je schneller der Hirninfarkt behandelt wird, desto besser ist die Prognose für den Patienten.
  

Weitere interessante Informationen und Hintergrundwissen zum Hirninfarkt bietet der Bereich Wissenswertes. Allgemein verständliche Informationen und Erklärungen zu Begriffen und Konzepten in der Behandlung des Hirninfarktes werden hier bereitgestellt.

Ein Hirninfarkt kann durch zwei Ereignisse ausgelöst werden. Zum einen kann die Blutversorgung des Gehirns durch verstopfte Gefäße behindert werden. Durch Arteriosklerose können sich Blutgefäße gefährlich verengen; dabei behindern Ablagerungen den Blutfluss. Das Risiko für Arteriosklerose und damit für Hirninfarkte steigt unter bestimmten Bedingungen. Dazu zählen zum Beispiel Übergewicht oder Bluthochdruck.

Zum anderen kann der Hirninfarkt durch einen Riss der Blutgefäße entstehen. Durch die Blutung können einerseits bestimmte Stellen nicht mehr adäquat versorgt werden, zum anderen können durch das einströmende Blut wiederum andere Gefäße eingeengt werden.

Therapie Hirninfarkt

Bei einem Hirninfarkt ist zunächst der schnelle Beginn einer Therapie wichtig. Innerhalb von einer Stunde nach Auftreten der Symptome sollten verschiedene Maßnahmen der sogenannten Akutbehandlung erfolgen, dazu zählen eine Behandlung der betroffenen Stelle im Gehirn – entweder eine Öffnung der Gefäße oder das Stoppen einer Blutung beziehungsweise die Minderung des Drucks –, eine Stabilisierung des Blutdrucks und eine Einstellung und Kontrolle verschiedener Blutwerte.

Ist die Gefahr weiterer Schädigungen abgewendet, werden mögliche Folgeschäden in der Rehabilitation behandelt. Durch Ergo- oder Physiotherapie können Sprach- oder Konzentrationsstörungen, aber auch körperliche Einschränkungen oft gut therapiert werden.